Alexander Zverev hat Tennis-Geschichte geschrieben: Der Hamburger steht als erster deutscher Spieler überhaupt als Jahres-End-Nummer 1 der Weltrangliste fest. Das wurde nach dem frühen Ausscheiden seines Verfolgers Carlos Alcaraz beim Masters in Shanghai endgültig klar — Zverev kann die Spitzenposition bis zum Jahresende nicht mehr verlieren. Damit gelingt ihm, was nicht einmal Boris Becker schaffte: Becker führte die Rangliste 1991 insgesamt zwölf Wochen lang an, beendete ein Jahr aber nie als Nummer 1.
Der Triumph krönt eine überragende Saison 2026. Zverev gewann gleich zwei Grand-Slam-Titel: Bei den French Open in Paris bezwang er im Finale den Debütanten Flavio Cobolli in fünf Sätzen und wurde damit der erste deutsche Mann der Open Era, der Roland Garros gewinnt. Bei den US Open in New York ließ er nach zwei Fünf-Satz-Kämpfen zum Auftakt nur noch einen Satz liegen und holte seinen zweiten Major-Titel im selben Jahr. Dazu stand er im Wimbledon-Finale und im Finale von Madrid.
Die Rechnung: So wurde Zverev die Nummer 1
Entscheidend war die Punkte-Arithmetik des Herbstes: Verfolger Jannik Sinner, der im Vorjahr in Wien, Paris-Bercy und bei den ATP Finals triumphiert hatte, verliert exakt 1000 Punkte, weil er seine Saison vorzeitig beendet hat. Zverev muss dagegen nur 400 Punkte verteidigen. Schon in Shanghai war ihm der Jahres-End-Platz 1 praktisch nicht mehr zu nehmen — das Aus von Alcaraz und Sinner machte ihn endgültig fix.
Für Zverev selbst ist es die Erfüllung eines Traums nach einem langen Weg: „It has been a fantastic season for me. Triumphs in Paris and New York and the fact that I will finish the year at the top of the rankings are a dream come true for me”, sagte er nach der Bestätigung. Besonders bemerkenswert: Er hatte sich zuvor von einer schweren Knöchelverletzung zurückgekämpft — und stand bereits in seinem vierten Grand-Slam-Finale, als er in Paris endlich den ersten Titel holte.
Wien: Ein Viertelfinale reicht für den 2. November
Der nächste Meilenstein folgt schon in wenigen Tagen: In Wien reicht Zverev bereits der Einzug ins Viertelfinale, um bei der Ranglisten-Aktualisierung am 2. November erstmals offiziell als Nummer 1 der Welt geführt zu werden. Schafft er das nicht, bekommt er in Paris-Bercy (2. bis 8. November) die nächste Chance — und Mitte November stehen noch die ATP Finals in Turin an, wo er 2018 und 2021 bereits triumphierte.
Mit 29 Jahren wäre Zverev zudem der älteste Spieler, der erstmals als Jahres-End-Nummer 1 geführt wird — älter als Andre Agassi 1999 und Andy Murray 2016. Nur elf Spieler der Geschichte haben ein Jahr mehrfach als Nummer 1 beendet, angeführt von Novak Djokovic mit acht Jahres-End-Platzierungen.
Was bedeutet die Nummer 1 für das deutsche Tennis?
Für das deutsche Tennis ist Zverevs Triumph ein historischer Moment: Seit Boris Becker hat kein Deutscher mehr die Weltrangliste angeführt — und noch nie hat ein Deutscher ein Jahr auf Platz 1 beendet. Nach zwei Grand-Slam-Titeln und der Jahres-End-Nummer 1 bleibt für Zverev nur noch ein großes Ziel offen: der Triumph bei den ATP Finals in Turin zum Saisonabschluss.
Häufige Fragen zu Alexander Zverev als Nummer 1
Ist Alexander Zverev die Nummer 1 der Welt?
Ja, als Jahres-End-Nummer 1 steht er bereits fest. Offiziell als Weltranglisten-Erster geführt wird er spätestens mit einem Viertelfinaleinzug in Wien ab dem 2. November 2026.
Welche Grand Slams gewann Zverev 2026?
Die French Open in Paris (Finale gegen Flavio Cobolli in fünf Sätzen) und die US Open in New York. Dazu stand er im Wimbledon-Finale.
Warum ist Zverevs Nummer 1 historisch?
Er ist der erste Deutsche, der ein Kalenderjahr als Nummer 1 beendet. Boris Becker war 1991 zwölf Wochen lang Nummer 1, aber nie Jahres-End-Nummer 1.
Wann spielt Zverev als Nächstes?
In Wien, wo ihm ein Viertelfinale für Platz 1 am 2. November reicht, danach in Paris-Bercy (2. bis 8. November) und bei den ATP Finals in Turin.

